Dive the Gilis – Famous in Austria!

A few weeks ago FM5 of Austria visit our dive shop. Read their story here or below.

Alle Wege führen auf Gili Air

Unsere Entscheidung der Arbeitsverweigerung bringt uns rund um die Welt. Oder: Wer nie tauchen geht, sieht immer nur die Hälfte der Welt.

Nach ein paar Wochen in Neuseeland und Australien kommen wir in Asien an, genauer gesagt in Bali. Es ist der sanfte Einstieg in eine zwei-monatige Asienreise, dessen genaue Ziele wir noch nicht kennen. Dort findet man alles, was man nie gesucht und in Australien auch nie gefunden hat. Endlich können wir wieder Kultur bewundern, die älter ist als wir.
Neben tausenden kleinen und großen Hindu-Tempeln, großzügigen Reisfeldern, die genug Reis produzieren für, ja, für ganz Bali, atemberaubenden Regenwäldern, den besten Wellen für Surfer und Handwerkskunst auf höchstem Niveau, ist das Essen hier die Hauptattraktion.
Nach einer Woche mit täglich vier Mahlzeiten, drei Tempeln und einem Markt, beschließen wir Richtung Osten weiterzuziehen. Ziel sind die zum indonesischen Lombok gehörenden Gili-Inseln.
Da wir schon auf Bali von Holländern umzingelt wurden, die nun zahlreicher in Indonesien zu finden sind als zur Zeit ihrer Herrschaft, verzichten wir auf das Touristen-Speedboot direkt auf die Gilis und begeben uns auf die Fähre nach muslimisch Lombok.

Es gilt die Unschuldsvermutung

Schnell erfahren wir, warum sich westliche Touristen lieber für den einfachen und teureren Weg ins Paradies entscheiden: Schon auf der Fähre von balinesisch Padangbai nach lombokanisch Lembar werden wir sehr genau betrachtet, vielleicht etwas zu genau. Wir fühlen uns wie Karl-Heinz Grasser, vollkommen unschuldig eines Verbrechens bezichtigt.
Nach der vierstündigen Bootsfahrt für fünfundzwanzig Kilometer, ziehen wir weiter nach Mataram, wo wir unser Indonesien-Visum auf zwei Monate verlängern lassen wollen.
Das Interesse an einer anderen Kultur schlägt hier zumeist in Argwohn und Abneigung gegenüber ausländischen Touristen um. Beschweren sich die Taxifahrer noch, dass der Tourismus in den letzten Jahren stetig abnimmt, verstehen wir nach Begrüßungen wie “Tourists go back to Bali”, Fingerschnipsern ins Gesicht und ständig geifernden Männern jeden Alters sehr wohl, warum Mataram kein Touristenmagnet ist.
Unser Visum bleibt wie es ist. Wir fliehen nach Sengiggi, wo Neugierde wieder freundlichen Bezug nimmt und uns mit Lombok etwas versöhnt. Von dort gönnen wir uns das Ticket für ein Speedboot auf die Gilis – manchmal ist man halt doch der typische Tourist.

Mit der Scheibtruhe um die Insel

Die Inselgruppe besteht aus drei Inseln, Gili Trawangan, bekannt als Partyinsel, Gili Air, die etwas ruhigere und Gili Meno, jene auf der es sich Europäer in ihren Flitterwochen gut gehen lassen. Wir entscheiden uns für Gili Air, was auf indonesisch soviel wie “Gili Wasser” bedeutet. Der Name verspricht viel, außerdem sind wir weder auf Honeymoon noch die Jüngsten.
Vom ersten Schritt aus dem Boot ins glasklare Wasser an, fühlen wir uns wohl hier. Im Gegensatz zu den anderen typischen Touristenorten, wird man hier nicht von tausenden “Taxi, Taxi, do you need transport, yes, maybe tomorrow?”-Schreiern empfangen, sondern von Pferden. In einer Mischung aus Kutsche und Scheibtruhe kann man sich von den Pferden an jeden Ort der Insel ziehen lassen und das ohne in einen Motorrad-Stau zu geraten. Eine Seltenheit in Indonesien.
Hat man allerdings selbst zwei Füße und nicht allzu schweres Gepäck, kommt man auf der “Wasser-Insel”, die man in eineinhalb Stunden Fußweg umrunden kann, auch ganz gut ohne Pferd zurecht.
Obwohl hier einfach nichts tun sehr verlockend ist – unter Palmen am Strand bei türkisblauem Wasser –  wollen wir die Unterwasserwelt erkunden. Denn wer nie tauchen geht, sieht immer nur die Hälfte der Welt – eine Weisheit die wir von holländischen Tauch-Touristen übernehmen.
Stehen in unserem Reiseführer von 2006 nur zwei Tauchschulen, erfahren wir, dass sich das Angebot nun auf zehn ausgeweitet hat. Das rasche Wachstum der Insel bringt diverse Probleme mit sich. Nachdem ausländische Investoren die Bevölkerung erst vor fünf Jahren gänzlich davon überzeugen konnten, die Methode Fische mit Hilfe von Bomben zu fangen einzustellen, bemühen sich nun Meeresbiologen und Tauchschulen gemeinsam darum, die Korallenriffe wieder aufzubauen.
Eco Trust versucht mit sogenannten “artificial rocks”, Stahlstrukturen in verschiedenen Formen, eine Grundlage für den erneuten Wachstum von Korallen zu fördern. Diese Methode ist auf lange Sicht aber nur mit dauerhafter Wartung wirksam. Die Tauchschule Oceans 5, im Speziellen Meeresbiologin Simone Sauren, arbeitet nun mit Kollegen an einer natürlicheren Hilfestellung für Korallen, genannt Rubble Fields.
Das sind einfache Steine, die an sinnvollen Stellen im Meer platziert werden sollen, um den Korallen den Halt zu geben den sie benötigen für die in dieser Region sehr starke Strömung.

Bomben locken Schildkröten

Die Strömung treibt uns einerseits vorbei an wunderschönen Korallen, anhand derer man erkennt, wie es sein könnte, und andererseits an Korallenfriedhöfen, die das lebensvernichtende Resultat von Bomben deutlich zeigen. Kann an der “modernen” Fischerei auch nur ein positiver Aspekt gefunden werden, so sind es die vielen Schildkröten, deren Vorliebe es ist, an toten Korallen zu knabbern. Und davon sehen wir zum Fische füttern genug.
Unser Resumé über unseren Tauchgang könnte trotzdem besser nicht sein. Alles was man als Tauch-Neuling unter Wasser entdecken möchte, haben wir gesehen. Neben tausenden (eventuell eine leicht überzogene Zahl) verschiedenartiger Schildkröten, Oktopusse, Nemos, Papageifischen in allen Farben und Formen,  einem Schwarzspitzen-Riffhai und vielen anderen für uns namenlosen Fischen, sichteten wir auch einen drei Meter großen Adlerrochen, der, wie wir erfahren, ein seltener Gast in dieser Region ist.
Vierzig Minuten unter Wasser. Wir sind verzaubert und wollen nochmal.

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